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Die Geschichte der Entdeckung der Kosmischen Strahlung ist von den
Anfängen her tief in der Erforschung der Elektrizität und dabei vor
allem der Leitfähigkeit der Atmosphäre verwurzelt. Die Anzahl der
Physiker, die sich mit den elektrischen Erscheinungen beschäftigten, ist
seit deren Entdeckung stetig angewachsen, von Galvani über Coulomb bis
Maxwell und Thomson.
Um 1900 waren einige der ganz großen Mysterien rund um die
Elektrizität erforscht und geklärt. Bereits 1750 äußerte
Benjamin Franklin die Vermutung, dass die elektrische Ladung von diskreten
Teilchen getragen wurde. J.J. Thomson gelang es im Jahre 1897, den
Teilchencharakter der elektrischen Ladungsträger, die als Elektronen
bezeichnet wurden, nachzuweisen, und das Verhältnis von Masse zu Ladung
der Elektronen zu bestimmen. 1910 erweiterte Robert Andrews Millikan die
Kenntnisse um das Elektron, indem er die Elementarladung (die elektrische
Ladung des Elektrons) mit seinem berühmten Öltröpfchenversuch
bestimmte. Damals erhielt er den Wert
Millikan setzte seine Versuchsreihe noch einige Zeit fort und verbesserte
sein Ergebnis schrittweise, bis er 1917 den Wert
erhielt. Dieser Wert lag schon sehr nahe an dem heute gültigen [1]:
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qe = (1.602 176 462 ± 0.000 000 063)·10-19 Cb.
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Einige Phänomene warteten um die Jahrhundertwende aber noch auf ihre
Klärung. Unter anderem bereitete den Physikern, die damals annahmen, ihre
Umwelt bereits beinahe bis ins letzte Detail zu verstehen, eine Sache
Kopfzerbrechen: Wenn sie einen Metallzylinder elektrisch luden, so verlor dieser
mit der Zeit seine Ladung, egal, wie gut sie ihn gegen die Erde isolierten. Da
sonst keine Erklärung blieb, musste wohl die Entladung über die Luft
der Atmosphäre erfolgen. Wie aber die Luft, die eigentlich selbst ein
Isolator sein sollte, diesen Ladungstransport bewerkstelligte, war den Forschern
ein Rätsel, dessen Lösung in recht direkter Folge zur Entdeckung der
Kosmischen Strahlung führte.
Was den geneigten Leser erstaunen mag, wenn er die Messprotokolle und
Berichte der Altvorderen studiert, sind die einfachen Mittel und
Geräte, auf die der naturwissenschaftliche Forscher damals angewiesen
war. Mit akribisch genauer Arbeit, gewappnet mit einem wachen und scharfen
Geist, gelang es aber trotz allem Unbill, aus den spärlichen und vagen
Messergebnissen folgerichtige und später immer wieder neu bestätigte
Schlussfolgerungen zu ziehen. So ist die Entdeckung der Kosmischen Strahlung
bis heute ein Denkmal starker Denkleistung und kreativer Schaffenskraft großer
Wissenschafter am Beginn einer neuen Physik.
Die Kosmische Strahlung war eine wichtige Quelle für die
Kern- und Teilchenphysiker, aus der sie ihr Wissen über ihre Schützlinge,
die Atomkerne und ihre Bauteile, beziehen konnten. Das Positron, das Myon,
das Pion und die Kernzertrümmerung (die
Kosmischen Sterne der Marietta Blau) wurden in der
Kosmischen Strahlung das erste Mal nachgewiesen. Lange bevor die
ersten künstlichen Teilchenbeschleuniger ihren Dienst aufnahmen, waren
schon einige der fundamentalsten Teilchen mit Hilfe der Kosmischen Strahlung
entdeckt worden; Verdienste, die den Nachfolgern von Viktor Franz Hess in der
Höhenstrahlungsforschung anzurechnen sind.
Trotz der großen Verdienste dieser Arbeitsgemeinschaft sind ihre
Taten und ihre Wege im Großen und Ganzen ins Dunkel geraten. Einerseits,
da sie einfach zeitlich ein Stück zurückliegen, und andererseits,
weil die Protokolle und Messberichte nicht ganz leicht zugänglich und
in einer Form abgefasst sind, die heute unter Umständen nicht mehr
sehr leicht verständlich ist.
Das Ziel dieser Diplomarbeit soll es daher sein, eine leicht
zugängliche Darstellung der Vorgangsweise und der Ergebnisse der Arbeit
von Viktor Hess zu liefern. Die logische Konsequenz ist eine Internet-Publikation
zur Forschungsarbeit von Viktor Hess mit dem Ziel, seine Arbeit sowohl für
den interessierten Laien spannend darzustellen, als auch seine Vorgangsweise
dem fachlich versierten Leser übersichtlich und sachlich nachvollziehbar
darzustellen. Im Übrigen soll die Herausforderung angenommen werden,
die spannende Geschichte vom Pioniergeist junger naturwissenschaftlicher Forscher
zu erzählen, die mit ihren Luftballonen, Schiffen, Seilbahnen und Drachen auf
den höchsten Bergen und in den tiefsten Bergwerken nach den Spuren der
Kosmischen Strahlung suchten.
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