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Die dritte Fahrt fand in der Nacht vom 20. auf den 21. Mai 1912 statt. Der Wind trieb den Ballon während der Nacht in Richtung NNW, und da dabei das Terrain ständig anstieg, musste stetig Ballastsand abgeworfen werden. Als gegen Morgen die Sonne den Ballon immer höher zog und für eine Landung aus größerer Höhe nicht mehr genügend Bremssand zur Verfügung stand, ging Hess um 05:00 Uhr 235 km von Wien entfernt am Schlachtfeld von Königgrätz nieder.
Bei diesem Ausflug las Hess nicht nur wie gewohnt seine drei Strahlenapparate ab, sondern auch meteorologische Elemente, ein Aspirationsthermometer und ein Hygrometer, von Herrn E. Wolf von der meteorologischen Zentralanstalt in Wien, um so genauere Kenntnis von etwaigen meteorologischen Einflüssen auf die Werte der ionisierenden Strahlung zu erhalten. Die Werte aller Messgeräte sind in der nachfolgenden Tabelle festgehalten.
Die Beobachtungen der Strahlenapparate zeigten einen übereinstimmenden Gang. Wieder fand sich fast kein Unterschied zwischen den Messwerten in geringen Höhen von 150 bis 350 Metern über dem Boden zu denen, die vor dem Abflug am Boden aufgenommen wurden. Der Schluss von Hess war, dass die Abnahme der γ-Strahlung vom Erdboden her sehr wahrscheinlich durch zufällige Erhöhung der übrigen Strahlung ausgeglichen wird. In einer Höhe von rund 500 Metern über der Erdoberfläche allerdings trat eine Abnahme der Werte deutlich hervor.
Beob. Nr. |
Zeit |
Mittlere Höhe |
Beobachtete Ionisationsrate |
Temperatur [ ° C ] |
Relative Feuchtigkeit [ % ] |
Anmerkungen |
absolut [ m ] |
relativ [ m ] |
App. IqI [ J ] |
App. IIqII [ J ] |
App. III |
| qIII [ J ] |
qIIIred. [ J ] |
| 1 |
17:03-18:03 |
156 |
0 |
16.5 |
10.9 |
- |
- |
- |
- |
Vor dem Aufstieg in Wien |
| 2 |
18:03-19:03 |
17.3 |
11.0 |
20.1 |
20.1 |
- |
- |
| 3 |
19:03-20:33 |
17.4 |
12.1 |
19.3 |
19.3 |
- |
- |
| 4 |
20:33-21:26 |
16.2 |
11.5 |
19.7 |
19.7 |
16.0 |
69 |
| 5 |
22:34-23:34 |
600 |
340 |
15.3 |
10.2 |
17.5 |
18.5 |
15.2 |
70 |
|
| 6 |
23:34-00:36 |
640 |
190 |
18.1 |
12.2 |
18.4 |
19.5 |
12.8 |
80 |
| 7 |
00:36-01:36 |
700 |
150 |
17.1 |
10.7 |
17.9 |
19.2 |
12.0 |
88 |
| 8 |
01:36-02:36 |
850 |
220 |
17.3 |
11.5 |
18.0 |
19.6 |
13.0 |
80 |
| 9 |
02:36-03:36 |
900 |
470 |
15.3 |
10.2 |
16.7 |
18.3 |
14.6 |
69 |
| 10 |
03:36-04:27 |
800 |
500 |
14.0 |
8.9 |
15.6 |
16.9 |
- |
- |
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Abbildung 4-7 Ballonfahrt Viktor Hess, 20. - 21. Mai, 1912
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Die Mittelwerte der Messungen vor dem Aufstieg sind qI=16.9 J, qII=11.4 J und qIII=19.7 J. Ganz ähnlich sind dann die gemittelten Messwerte in geringer Höhe zwischen 150 und 340 m: qI=16.9 J, qII=11.1 J und qIII=19.2 J. Die Abnahme wird deutlich, wenn man diese Mittelwerte mit denen der Messwerte in einer Höhe von 500 Metern vergleicht: qI=14.7 J, qII=9.6 J und qIII=17.6 J. Die Differenz zu den am Boden bestimmten Mittelwerten beträgt jeweils 2.2, 1.8, und 2.1 J. Dadurch erschien Hess der schon bei der zweiten Fahrt gezogene Schluss gerechtfertigt, dass die von der Erdoberfläche allein stammende Strahlung nicht mehr als etwa 3 J im Mittel beträgt.
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Abbildung 4-8 Die dritte Ballonfahrt von Viktor Hess
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Die dritte Fahrt führte Hess von Wiener Prater über Korneuburg und dann weit über die tschechische Grenze. Kurz nach Überquerung der Elbe landete Hess am alten Schlachtfeld bei Königgrätz.
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