Viktor Hess und die Entdeckung der Kosmischen Strahung
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Einige Lebensdaten

 

8.2   Leopold Pfaundler von Hadermur

geboren: 14.02.1839 in Innsbruck, Österreich
gestorben: 06.05.1920 in Graz, Österreich

Am 14. Februar des Jahres 1839 wurde Leopold Pfaundler in Innsbruck geboren. Sein Vater war juridischer Universitätsprofessor, seine Mutter Rosine geborene Bollan war die Tochter eines reichen Kaufmannes aus Salzburg.

1845 bis 1848 besuchte Leopod Pfaundler die Volksschule, 1848 bis 1856 das Gymnasium, wobei sich schon hier seine Vorliebe für die Fächer Mathematik und Physik zeigten. An der Universität inskribierte er Chemie, besuchte aber außerdem Vorlesungen über Mathematik und Physik.

Zweimal, 1859 und 1866, unterbrach Lepold Pfaundler seine akademische Arbeit, um als freiwilliger Schütze der akademischen Kompanie die Grenzen seines Landes zu verteidigen. Man kann also wohl sagen, dass er von relativ kriegerischer Natur war. In Feindkontakt kam er allerdings nur kurz und nur beim zweiten Feldzug, bei dem ihm durch den Rucksack geschossen wurde.

Am 24. Februar 1866 wurde Leopold Pfaundler habilitiert. Als Habilitationsschrift diente eine Arbeit über chemische Verbindungen nach unbestimmten Verhältnissen, die in dieser Form allerdings niemals gedruckt wurde, aber in späteren Arbeiten aufgegangen ist.

Leopold Pfaundler von Hadermur

Leopold Pfaundler von Hadermur war ein vielseitiger und viel interessierter Mann. Zu seinen Leidenschaften zählten Fechten, Schwimmen, Eislaufen und das Schießen, Reisen und Bergsteigen. Außerdem beschäftigte er sich mit dem japansichen Spiel Go, über das er 1908 eine auch in Japan viel beachtete Abhandlung schrieb.

Am 2. August 1869 heirateten Leopold Pfaundler und Amalie Steffan, Tochter eines Hauptmannes der k.u.k. Armee. Die beiden hatten vier Kinder, und ihre Ehe soll sehr glücklich und harmonisch gewesen sein.

Leopold Pfaundler machte sich sehr bald einen Ruf als glänzender Lehrer und Experimentator, der weit über die Grenzen Tirols hinaus ging. Bevor er seine Vorlesungen hielt, lag die durchschnittliche Studentenzahl der Physik in Innsbruck bei 30 bis 40. Seitdem Pfaundler als Lehrer tätig war, stieg die Anzahl der Studenten auf bis zu 179. Trotzdem gelang es ihm nicht, für die Innsbrucker Universität die Mittel zur Verfügung gestellt zu bekommen, die für einen annähernd reibungsfreien Vorlesungs- und Forschungsbetrieb notwendig sind.

Nach jahrzehntelangen, fruchtlosen Anstrengungen folgte er so dem ehrenhaften Ruf nach Graz, wo die Dinge um einiges besser lagen, und wo er dann auch als Professor von Viktor Hess diesem den Weg nach Wien ebnete.

Im persönlichen Verkehr war Pfaundler von außerordentlicher Liebenswürdigkeit und seltener Herzensgüte voll wärmster Teilnahme (Doz. Dr. Hämmerle). Seine wissenschaftlichen Leistungen wurden vielfach ausgezeichnet.

  • 1865 - Mitglied der Societe chemique de Paris
  • 02.02.1870 - von der deutschen chemischen Gesellschaft zu Berlin zum auswärtigen Mitglied gewählt
  • Mai 1870 - korrespondierendes Mitglied der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften in Wien
  • Juni 1882 - korrespondierendes Mitglied der böhmischen Gesellschaften der Wissenschaften
  • Juli 1882 - Mitglied der Kaiserlichen Leopold. Karol. Deutschen Akademie der Naturforscher
  • Juni 1883 - wirkliches auswärtiges Mitglied der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften in Wien
  • Mai 1887 - Leopold Pfaundler wird mit dem Orden der Eisernen Krone III. Klasse dekoriert
  • 1887 - Mitglied der societe de francaise de Physique
  • März 1891 - Leopold Pfaundler wird Professor der Physik und Leiter des Physikalischen Institutes in Graz Juli 1900 - Leopold Pfaundler wird zum Hofrat ernannt
  • August 1910 - Leopold Pfaundler wird vom Kaiser in den Adelsstand mit dem Prädikat “von Pfaundler” erhoben.
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