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Als Experimentator zeichnete sich Millikan durch seinen genialen Einfallsreichtum und seine Geschicklichkeit aus. Seine ganz großen Erfolge konnte er dort feiern, wo es darum ging, Voraussagen von theoretischen Physiker zu beweisen.
Sein experimenteller Durchbruch gelang ihm mit der Bestimmung der elektrischen Elementarladung mit Hilfe des legendären Öltröpfchen-Versuches (1910).
Als nächstes verifizierte er den Photoelektrischen Effekt und zeigte die Gütigkeit der Einstein’schen Formel E = h·n. Bei dieser Gelegenheit bestimmte er zum ersten Mal direkt über photoelektrische Methoden den Wert des Planck’schen Wirkungsquantums h (1912-1915), ein Versuch, den heute noch jeder Physikstudent im Praktikum nachvollziehen muss.
Seine Untersuchungen der Braun’schen Bewegung führte er so gründlich und überzeugend durch, dass danach keine Einwände gegen die Anschauung aufzubringen waren, dass Materie aus kleinsten Teilchen, den Atomen, bestünde.
Nach einer solchen Erfolgsstory ist es verständlich, dass die damalige Weltphysikermeinung in die Richtung tendierte, dass es Dinge, die Millikan entdeckte, geben musste, und die, die er nicht entdeckte, nicht geben konnte. Als er Anfang der zwanziger Jahre des 20. Jahrhunderts verkündete, dass er keine Spur einer Kosmischen Strahlung ausmachen könne, war das ein schwerer Schlag für Viktor Hess, umso mehr, als Millikan wenige Jahre später erklärte, eine extraterrestrische Strahlung entdeckt zu haben, die er Millikan’sche Strahlung nennen wollte.
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Da Millikan bei eigenen Messungen Anfang der 20er Jahre keinen Hinweis auf eine außerirdische Strahlung finden konnte, übte er vernichtende Kritik an den Veröffentlichungen von Viktor Franz Hess. Als Millikan im Jahre 1925 seine Messmethoden verbesserte, ergaben seine Experimente Ergebnisse, die auch ihn von der Existenz der Höhenstrahlung überzeugten. Millikan war dermaßen begeistert, dass er diese Entdeckung als die seine feierte und der Strahlung den Namen Millikan’sche Strahlung gab. Viktor Hess war deswegen lange Zeit tödlich beleidigt. Der Nobelpreis, den er 1936 erhielt, konnte ihn wieder versöhnen. Bild: Courtesy of the Archives, California Institute of Technology.
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